Auf zur Pilzjagd!

Das Pilzesammeln, eine der größten Herbstfreuden! Wenn die Morgentemperaturen frisch werden, der Mittag mit einer restsommerlichen Wärme mild ist und die Blätter sich langsam gelb und rot färben, fängt im Wald das große Wachsen an. Bei feucht-warmem Wetter sprießen die Pilze aus dem Boden. Bis in den Oktober hinein ist Saison fürs Pilzesammeln.

Pfifferlinge finden Sie in der Nähe von Eichen, Fichten, Tannen oder Kiefern auf bemoosten Flächen. Wenn Sie einige Pfifferlinge stehen lassen, erhöht sich die Chance, dass im nächsten Jahr neue Pilze der gleichen Stelle wachsen. Steinpilze wachsen gerne in sauren Böden, zum Beispiel in Buchen- oder Fichtenwäldern. Aber auch in Nadelwäldern können Steinpilze gut gedeihen. Maronen lassen sich bevorzugt unter Kiefern und Fichten finden. Diese Waldgebiete eignen sich besonders gut zum Pilzesammeln:

Hamburg: Stuckwald, Haakewald, Niendorfer Gehege, Rantzauer Forst, Emmewald, Bergdorfer Geholz, Buschewald

Berlin: Grunewald, Müggelberge, Eiskeller, Spandauer Forst, Tegeler Forst, Eberswalde, am Falkensee

Thüringen: Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, Südharz

Schleswig Holstein: Hüttener Berge

Sachsen/Sachsen-Anhalt: Dübener Heide, Erzgebirge/Vogtland, Naturpark Hoher Fläming

Rheinland-Pfalz: Soonwald-Nahe, Rhein-Westerland, Pfälzerwald

Brandenburg: Schorfheide, Naturschutzgebiet Grumsiner Forst

Hessen: Niederwald bei Benssheim

Bayern: Steigerwald, Hirschwald, Frankenwald, Fichtelgebirge, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Alpenvorland zwischen Wolfratshausen und Tölz

Sie haben sich ein Ziel für Ihre Pilzsuche ausgesucht? Wunderbar, dann geht es jetzt an die Vorbereitung. Sie brauchen:

  • natürlich feste Schuhe und wetterfeste Kleidung (evtl. eine Regenjacke)
  • einen Kompass und/oder Navigationssystem (vor allem in großen Waldgebieten)
  • ein Klappmesser zum Abtrennen der Pilze
  • einen Pinsel mit harten, kurzen Borsten (entfernt direkt den gröbsten Schmutz vom Pilz)
  • einen Korb für den Transport der Pilze

Beachten Sie bitte, dass in Deutschland eine vorgeschriebene Höchstmenge gilt, das heißt, Sie dürfen nur für den Eigenbedarf sammeln und der ist in der Regel je nach Bundesland mit ein bis zwei Kilo definiert. Generell verboten ist das Sammeln von Pilzen in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten, Nationalparks sowie auf eingezäunten Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Ganz wichtig beim Pflücken: Schneiden Sie die Pilze direkt oberhalb des Waldbodens ab! Eine Ausnahme ist der Steinpilz, den man vorsichtig herausdrehen sollte. Wenn Sie Pilze ausreißen, wird das Pilzgeflecht am Boden sehr stark beschädigt. Mit dem Pinsel reinigen Sie den Pilz anschließend von der Erde. Pilze sollten Sie immer in offenen Körben oder Pappschalen sammeln und transportieren, sie brauchen viel Platz und Luft. Wenn sie zum Beispiel im Rucksack, in einer Tupperdose oder einer Tüte gesammelt werden, schwitzen die Pilze schnell und ihr Eiweiß zersetzt sich. Das kann zu einer Pilzvergiftung führen! Werden die empfindlichen Pilze gequetscht, kann sich Kondenswasser bilden, was zum Faulen führt.

Achtung:

Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein giftiges bis hochgiftiges Gegenstück, das dem Speisepilz zum Verwechseln ähnlichsehen kann. Deswegen sollten Sie Pilze nur dann ernten und essen, wenn Sie sie genau kennen. Wenn Sie sich nicht gut auskennen, schließen Sie sich doch einer Pilzwanderung an, Volkshochschulen bieten diese häufig an. Oder lassen Sie Ihre gesammelten Schätze von einer Pilzberatung prüfen.

Hier finden Sie einen Pilzberater in Ihrer Nähe: www.dgfm-ev.de/service/pilzsachverstaendige. Für besonders Interessierte: Es werden auch Pilz-Bestimmungsseminare angeboten, zum Beispiel vom pilzfreundetreff.de oder der pilzschule.de.

Bevor Sie die Pilze zubereiten, putzen Sie sie gründlich mit einer Bürste oder einem feuchten Tuch. Unter Wasser sollten sie nicht gewaschen werden, weil sie sich vollsaugen und damit ihren Geschmack verlieren. Pilze sollten möglichst schnell verbraucht werden, am besten am gleichen oder darauffolgenden Tag. Bis zur Zubereitung empfiehlt sich eine kühle und trockene Lagerung.

Einfache Pilz-Köstlichkeit: Waldtoast

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 kleine Birnen (à ca. 150 g)
  • Saft von 1 Limette
  • 300 g Pfifferlinge
  • 1 rote Zwiebel (gehackt)
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer (Mühle)
  • einige Thymianzweiglein
  • 4 Scheiben Weizentoastbrot (etwas dicker geschnitten)
  • ca. 2 EL Butter
  • 8 dünne Scheiben Parmaschinken oder geräucherter Tofu
  • 4 Scheiben Bergbauernkäse
  • ca. 4 EL Preiselbeerkompott

Zubereitung

Birnen schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen. In einer Pfanne mit ca. 500 ml Wasser und Limettensaft weich dünsten, abtropfen lassen. Pilze putzen, mit Zwiebel in heißem Öl ca. 3 Minuten kräftig braten, mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Brotscheiben toasten, mit Butter bestreichen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Je zwei Scheiben Schinken oder Tofuscheiben, Birnen, Pilze und Käsescheiben darauf verteilen. Im heißen Ofen (225 Grad) ca. 5 Minuten überbacken. Dazu passt Preiselbeerkompott.