Da lacht das Herz

Auch wenn es schon oft angekündigt wurde: Totgelacht hat sich bislang noch niemand. Im Gegenteil, das Lachen hat eine Vielzahl positiver Effekte auf den menschlichen Körper und seine Psyche. Wenn wir loslachen, lockern wir dabei verspannte Muskeln, versorgen uns mit einer Extraportion Sauerstoff und verbrennen sogar ein paar Kalorien. Wir spannen vom Kopf bis zum Bauch rund 300 Muskeln an, 17 allein im Gesicht. Wenn es sehr lustig wurde, kann es schon einmal zu einem Muskelkater in der Bauchregion kommen. Beim Lachen atmen wir außerdem schneller, wodurch sich der Gasaustausch um ein Dreifaches erhöht. Mit der Spannung des Zwerchfells dehnen sich die Lungenflügel und die Lunge kann viel Luft aufnehmen. Unser Herzschlag beschleunigt sich und pumpt sauerstoffreiches Blut durch den Körper. Der Effekt: Kurzzeitig ist der Organismus äußerst aktiv und der Stoffwechsel angeregt. In der anschließenden Entspannung weiten sich die Arterien und der Blutdruck sinkt wieder. Mit dem Lachen kommt das Wohlbefinden. Das hat schon jeder selbst erlebt und auch wissenschaftlich ist diese Empfindung belegt. Wenn wir lachen, werden im limbischen System, dem Zentrum unserer Gefühle, Endorphine, also Glückshormone, produziert und gelangen in die Blutbahn – unsere Stimmung steigt und die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin wird unterdrückt. Ein Zustand, der kurzzeitig sogar Schmerzen lindern kann. Gleichzeitig wird das Immunsystem durch das Lachen angeregt. Es bilden sich neue Antikörper, die uns vor Bakterien und Viren schützen. Lachen wird daher auch im medizinischen Bereich eingesetzt: Ob mit Clowndoktoren, die bereits seit 1986 kleine Patienten in Kinderkliniken besuchen, für Herzinfarktpatienten, die unter ärztlicher Aufsicht lachen, um dadurch ihren Blutdruck und damit die Gefahr eines erneuten Infarktes zu verringern oder der von Dr. Eckhart von Hirschhausen gegründeten Stiftung „Humor hilft heilen“.

Einmal im Jahr lacht sogar die ganze Welt zusammen, immer am ersten Sonntag im Mai um Punkt 14.00 Uhr deutscher Zeit für eine Minute lang. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag 1998 von Madan Kataria, er gründete die weltweite Lachyoga-Bewegung. Beim Lachyoga steht das grundlose Lachen im Vordergrund, das anfangs ein künstliches Lachen ist und schließlich in ein echtes Lachen übergeht. Kombiniert wird das Lachyoga mit Klatsch-, Dehn- und Atemübungen. Beim Weltlachtag wird eine Minute lang auf der ganzen Erde gelacht, um ein Zeichen für den Weltfrieden zu setzen. Mit diesem Tag soll ein globales Bewusstsein für Gesundheit, Glück und Frieden durch das Lachen geschaffen werden. In mehr als 6.000 Lachclubs in über 100 Ländern können sich die Freunde des Lachens auch außerhalb des Weltlachtags zum gemeinsamen Lachen treffen. Ein gutes Kabarett ist natürlich auch eine Möglichkeit. Oder Kinder – sie lachen etwa 400 Mal am Tag, da können sich Erwachsene, die im Durchschnitt nur 15 Mal lachen, doch öfter anstecken lassen!

Apropos ansteckend: Kaum etwas steckt so an wie ein Lachen. Es ist ein Signal für andere, dass jemand nicht bedrohlich, sondern wohlgesonnen und gut gelaunt ist. Fröhliche Menschen haben daher auch eine starke Anziehungskraft. Das Mitlachen passiert ganz automatisch, sehen wir andere lachen, aktivieren sich in unserem Gehirn die Regionen, die aktiv sind, wenn wir selbst lachen. Von dort ist es nicht mehr weit, selbst das Lachen anzufangen.

Andere lachende Menschen sind übrigens der stärkste Auslöser für das Lachen, noch mehr als ein Witz. Dennoch darf er an dieser Stelle natürlich nicht fehlen: Zwei Jäger gehen durch den Wald, als plötzlich einer von ihnen zusammenbricht. Er scheint nicht mehr zu atmen und seine Augen sind glasig. Der andere Jäger holt das Mobiltelefon heraus und betätigt den Notruf. Er keucht: „Mein Freund ist tot! Was kann ich tun?“ – “Beruhigen Sie sich, ich werde Ihnen helfen“, ist die Antwort. „Gehen Sie erst mal ganz sicher, dass er wirklich tot ist.“ Stille. Dann ist ein Schuss zu hören. Zurück am Telefon fragt der Kerl: „In Ordnung. Was jetzt?“