Der Weg zum starken Ich

Ein starkes Selbstbewusstsein schenkt uns ein großes Maß an Freiheit, an Leichtigkeit. Denn es befreit von nagenden Selbstzweifeln und Ängsten, es uns lässt neugierig und mutig Neues beginnen, der Umgang mit anderen ist offen und freundlich entspannt. Selbstbewusstsein schützt uns, weil wir unsere Grenzen verteidigen und auch einmal Nein sagen, es macht uns und unser Leben authentisch, weil wir Überzeugungen klar vertreten und Entscheidungen unabhängig treffen. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein leben wir das Leben, das zu uns passt, wir genießen es, wir kosten es aus.

Ein selbstbewusster Mensch strahlt seine Haltung bereits körperlich aus: Aufrecht, offen und ruhig ohne nervöse Gesten und mit direktem Blickkontakt. Eine solche Haltung wirkt sympathisch und vertrauenserweckend, Menschen reagieren positiv auf Selbstbewusstsein, so entsteht eine Positivspirale. Einer selbstbewussten Person fällt es nicht schwer, auf andere zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Sie kommt schnell ins Gespräch.

Wer sich seiner Stärken und Talente bewusst ist, seine Fähigkeiten kennt, kann darauf vertrauen. Und mit diesem Vertrauen Ziele setzen und verfolgen. Ein selbstbewusster Mensch ist darüber hinaus in der Lage, eigene Interessen zu vertreten und diese zu schützen. Ohne Angst davor, offen Stellung zu beziehen oder einen Konflikt auszutragen. Passieren Fehler, werden sie zugegeben, ein selbstbewusster Mensch übernimmt Verantwortung.

Doch wie entsteht Selbstbewusstsein? Zum Teil hängt der Grad des Selbstbewusstseins von den Genen ab. Noch stärkeren Einfluss aber haben kindliche Prägung und Umwelt. Können Eltern ihrem Kind vermitteln, ein wertvoller, geliebter Mensch zu sein, tragen sie entscheidend zur Entwicklung des Selbstbewusstseins bei. Auch soziale Akzeptanz ist ein wichtiger Faktor für ein stabiles Selbstbewusstsein, Ausgrenzung durch Mobbing oder Diskriminierung schwächen das Selbstwertgefühl.

Wie selbstbewusst sind Sie? Machen Sie den Test!

Welchen Aussagen stimmen Sie zu?

  1. Ich fühle mich in ungewohnten Situationen oft unwohl.
  2. Ich habe Angst davor, Fehler zu machen.
  3. Ich traue mich selten, meine Meinung zu äußern
  4. Ich schlucke ich Probleme gerne herunter.
  5. Es fällt mir schwer, „Nein“ zu sagen.
  6. Ich bin besonders harmoniebedürftig.
  7. Ich fürchte mich vor der Kritik anderer.
  8. Ich frage mich oft, wie ich bei anderen ankomme.
  9. Ich gehe Konflikten aus dem Weg.
  10. Es fällt mir schwer, mich über Ungerechtigkeiten zu beschweren.
  11. Ich versuche, es anderen recht zu machen.
  12. Ich kann meine Forderungen schlecht durchsetzen.
  13. Ich kann die Wünsche anderer schlecht ablehnen.
  14. Ich denke viel nach und gerate oft ins Grübeln.
  15. Ich habe häufig Schuld- oder Schamgefühle.
  16. Augenkontakt kann ich schwer halten.
  17. Ich vergleiche mich oft mit anderen Menschen.
  18. Ich warte lieber ab, statt aktiv zu werden.
  19. Ich habe oft das Gefühl, anderen unterlegen zu sein.

Haben Sie mehr als sechs Fragen mit Ja beantwortet?

Dann kann Ihr Selbstbewusstsein noch eine Stärkung vertragen – wir verraten Ihnen, wie Sie es aufbauen können:

Tipps für ein stärkeres Selbstbewusstsein

  • Haltung verbessern

Unsere Körperhaltung korrespondiert mit unserem emotionalen Erleben, d.h. eine aufrechte Körperhaltung signalisiert unserem Gehirn Sicherheit und Selbstbewusstsein. Also: Kopf hoch!

  • Schriftlich reflektieren

Selbstbewusstsein, der Begriff ist bereits vielsagend. Wer weiß, was er kann und will, lebt selbstsicherer. Um das Bewusstsein über das Selbst zu schärfen, eignet sich ein täglicher Tagebucheintrag über Fragen wie:

  • Was kann ich?
  • Was brauche ich?
  • Was habe ich gut gemacht?
  • Was nehme ich mir vor?
  • Was macht mich glücklich?
  • Was ist mir wichtig im Leben?
  • Wo liegen meine Grenzen?

Am besten als festes Ritual in den Tagesablauf einbauen, z.B. fünf Minuten morgens beim Kaffee oder abends vor dem Zubettgehen.

  • In Bewegung kommen

Aktivität fördert das Gefühl der Selbstwirksamkeit und hebt das Selbstwertgefühl. Ein guter Start ist die körperliche Aktivität, durch Bewegung finden wir einen ersten körperlichen Zugang zu uns und spüren uns. Außerdem hebt Sport die Stimmung, was sich wiederum ebenfalls positiv auf das Selbstbewusstsein auswirkt.

  • Sich Mutproben stellen

Was würde Sie Überwindung kosten? Allein zu verreisen? Vom Drei-Meter-Brett zu springen? Einem ganz bestimmten Menschen zu widersprechen? Stellen Sie sich Ihren Ängsten und überwinden Sie Ihre selbstgesteckten Grenzen, denn: „Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt“, so der amerikanische Motivationstrainer Dale Carnegie. Mut wird belohnt!

Häufig sind unsere Ängste auch einfach übersteigert. Je häufiger wir aber erleben, dass es gar nicht so oder überhaupt nicht schlimm, sondern vielleicht sogar gut war, wirkt dieses Aha- Erlebnis in uns. Es macht uns stärker und das Selbstbewusstsein wächst.

  • Für sich sorgen

Achten Sie auf sich. Gönnen Sie sich genügend Schlaf, gutes Essen, Ruhepausen, tun Sie Dinge, die Ihnen Kraft geben und Sie glücklich machen. Sie signalisieren sich damit, dass Sie es sich wert sind – das erhöht Ihre Zufriedenheit und Ihr Selbstbewusstsein. Es macht Sie stark, wenn Sie spüren, dass Ihr Wohlbefinden in Ihrer Hand liegt.

  • Nein sagen

Manchmal ist ein Nein wichtig und die einzig richtige Antwort. Nämlich immer dann, wenn die eigenen Grenzen überschritten werden. Dann wird das Nein gegenüber einem anderen zu einem Ja für sich selbst. Es hat nichts mit mangelnder Hilfsbereitschaft zu tun, sich gegen ein Ausnutzen zu wehren, es ist kein Starrsinn, übergriffige Ratschläge abzulehnen und auch kein Egoismus, Zeit für sich zu beanspruchen. Sondern einfach nur ein Selbstschutz, der Ihr Selbstbewusstsein gesund hält.

  • Fehler machen und mit Fehlern umgehen

Jeder macht Fehler und dass sie passieren, ist normal – verurteilen Sie sich nicht dafür. Betrachten Sie sie als Möglichkeit der Weiterentwicklung. Entscheidend ist herauszufinden, wie es zum Fehler kam und was Sie daraus lernen können. Neben einem verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Fehlern ist eine unverkrampfte Haltung ebenfalls hilfreich. In kleinen Missgeschicken liegt schließlich auch oft etwas Lustiges, über das Sie lachen dürfen..

  • Vergleichen Sie sich nicht

Vergleiche schüren Unzufriedenheit. Zumindest, wenn wir entdecken, dass andere glücklicher, klüger, schöner, erfolgreicher sind oder scheinen.

Aber SIE sind einzigartig. Ihr Leben ist einzigartig. Überlegen Sie doch einmal, was Sie an sich toll finden und wofür Sie dankbar sein können: Vielleicht sind es die langjährigen Freundschaften oder ein besonderes Talent, das Sie haben? Richten Sie den Blick auf sich und das Schöne in Ihrem Leben. Die anderen bleiben die anderen, die können Sie nie sein – und das sollen Sie auch gar nicht, denn Sie sind wunderbar so, wie Sie sind.

  • Kritik sachlich nehmen

Kritisiert zu werden, ist nicht angenehm. Kritik auszusprechen für viele deshalb auch nicht, deshalb schätzen Sie die Ehrlichkeit wert. Hören Sie zu und fragen Sie nach, so können Sie erkennen, wie es zu der Kritik kam und sie verstehen. Sehen Sie die Kritik nicht als einen Angriff auf Ihre Persönlichkeit, sondern als Möglichkeit des Wachstums. Sie dürfen Kritik natürlich auch zurückweisen – aber erst, wenn Sie darüber nachgedacht haben.

  • Sich mit den richtigen Menschen umgeben

Menschen, denen wir vertrauen können, die uns schätzen, so wie wir sind, uns zuhören und für uns da sind, wenn wir einmal Zuspruch brauchen, geben uns Kraft und das gute Gefühl, nicht alleine dazustehen. Solche Menschen tun uns gut und stärken unser Selbstbewusstsein. Menschen hingegen, die uns ständig schlecht machen, ausnutzen oder manipulieren sollten wir meiden, sie haben eine destruktive Wirkung auf uns und lassen uns klein fühlen.