Doc Dog – Wie Haustiere heilen

Wer mit einem Haustier lebt, weiß es schon lange: Hund, Katze & Co. machen glücklich! Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich erwiesen, dass die Vierbeiner darüber hinaus auch positive Effekte auf die Gesundheit haben. Das Immunsystem wird gestärkt und insbesondere Hunde können helfen, Risikofaktoren wie Übergewicht, Blutdruck, Cholesterinwerte und Stressreaktionen zu mindern. Somit sinkt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mediziner der American Heart Association (AHA) in Houston analysierten Studien, in denen die Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Haustierbesitzern untersucht wurden. Das Fazit der Forscher: Insbesondere die täglichen Spaziergänge sind für die Gesundheit entscheidend, denn Bewegungsmangel ist Risikofaktor Nummer eins vieler Krankheiten. Natürlich, für Spaziergänge braucht man nicht zwingend einen Hund. Er garantiert aber eine Regelmäßigkeit, denn er muss einfach raus – und der Besitzer mit. Mindestens ebenso wichtig ist die emotionale Bindung an das Tier. Haustiere machen die Menschen resistenter gegen Stress. Bereits die Anwesenheit und das Streicheln der Tiere tun uns Menschen gut, wie US-Forscher der State University of New York in Buffalo nachwiesen. Versuchspersonen waren 48 alleinstehende Broker an der New Yorker Börse – streichelten sie ein Haustier in Stresssituationen, sank der Blutdruck. Sie reagierten gelassener und waren entspannter.

Sind Tiere gar die besseren Menschen? Jedenfalls haben sie eine beruhigendere Wirkung als der Partner, so eine Studie des gleichen Forscherteams. Getestet wurden 240 (Ehe-)Paare mit Hund/Katze oder ohne Haustier auf Pulsfrequenz und Blutdruckwerte bei Stress. Die Probanden sollten schwierige Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen oder mussten ihre Hand zwei Minuten lang in Eiswasser tauchen. Einmal allein, dann im Beisein des Partners, in Anwesenheit des Hundes und wenn Hund und Partner gleichzeitig dabei waren. Alleingelassen war das Stresslevel am größten. Überraschend: War das eigene Tier statt des Partners anwesend, zeigten die Versuchspersonen überwiegend geringere Stressreaktionen als jene mit Partner, aber ohne Haustier.

Tiere haben offenbar therapeutische Fähigkeiten. Alte Menschen, die stumm im Aufenthaltsraum vor sich starren, werden in der Anwesenheit von Tieren plötzlich munter. Es wird auch von Demenzkranken berichtet, die kein Wort mehr mit Menschen sprachen – aber mit Hunden plötzlich wieder redeten. Sie erleben, wie ein Lebewesen ihre Zuwendung genießt und umgekehrt Tiere bedingungslose Zuneigung geben, nicht werten und das Gegenüber einfach so annehmen wie es ist.

Auch in einer Studie mit Langzeitarbeitslosen kamen Hunde zum Einsatz. Fazit: Die Haustiere motivierten die Menschen und schufen einen strukturierten Tagesablauf. Auch soziale Kontakte intensivierten sich. Diese Mischung aus Verantwortung für das Tier, sich um seine Bedürfnisse zu kümmern, mit ihm Gassi zu gehen, es zu füttern und Zuneigung und Zuwendung durch das Tier tut Menschen offensichtlich gut. So gut, dass sie gar einen Schutz vor Depressionen schaffen. Tiere sorgen dafür, dass sich Menschen weniger einsam fühlen. Sie geben Nähe und gleichzeitig können sie einen positiven Einfluss auf die Partnerschaft von Menschen haben – weil sie Gesprächsstoff liefern und allein durch ihre Anwesenheit bei Streitereien vermitteln. Haustiere gewinnen dann die Funktion eines Familienmitglieds. Sie helfen quasi auch bei der Erziehung von Kindern mit. Hunde, Katzen & Co. fördern das Verantwortungsgefühl und Empathie, sowohl gegenüber dem Tier als auch gegenüber Menschen. Allerdings eignen sich Haustiere mit Fell und deutlich erkennbaren Gefühlen hier deutlich besser als beispielsweise eine Schildkröte.