Ein guter Morgen für ein besseres Morgen

Kennen Sie das? Nachdem Sie die Snooze-Taste Ihres Weckers mehrmals gedrückt haben, sind Sie zwar nicht ausgeschlafener, dafür aber richtig in Hektik. Also schnell Zähne putzen, unter die Dusche und anziehen. Es reicht gerade noch für einen Kaffee, das Frühstück aber muss ausfallen. Sie hetzen zur Bahn, die sie in letzter Sekunde bekommen. Der Tag ist noch jung, fühlt sich aber nicht so an. Wenn der Tag bereits mit Stress und Hektik beginnt, schlägt dies auf die Stimmung und ist den gesamten Tag hindurch spürbar. Es mangelt an Energie, was zu Stimmungstiefs am Nachmittag führen kann.

Um den Tag entspannt, konzentriert und gut gelaunt zu leben, lohnt es sich, Gewohnheiten am Morgen zu ändern. Wir werden leistungsfähiger und erreichen mehr von dem, was uns wichtig ist. Denn in den ersten drei Stunden nach dem Aufstehen sind wir besonders produktiv durch den Energieschub, denn wir durch den Schlaf bekommen haben. Eine wichtige Zeit, die wir mit einer persönlichen Morgenroutine viel besser für uns nutzen können.

Inspiration hierfür bietet Hal Elrod, der in seinem Buch „The Miracle Morning“ eine einstündige Morgenroutine namens S.A.V.E.R.S. vorstellt.

Die Morgenroutine nach Hal Elrod

S.A.V.E.R.S. steht für:

S = silence / Meditation (5 Minuten)

A = affirmation / Positive Affirmation und Definition von Zielen (5 Minuten)

V = visualisation / Visualisierung der Ziele (5 Minuten)

E = exercises / Körperübungen / Sport (20 Minuten)

R = reading / Lesen (20 Minuten)

S = scribing / Notieren von Zielen (5 Minuten)

  1.  Silence

Morgens sind wir am wenigsten von äußeren Einflüssen abgelenkt, es ist daher die beste Zeit, um Ruhe zu finden. Es empfiehlt sich, direkt nach dem Duschen und Zähneputzen mit diesem Teil der Morgenroutine zu beginnen, zum Beispiel mit Meditation.

Tipp: Mit der App „Headspace“ lässt sich Meditieren ganz einfach erlernen (je nach Vertrag 5,99 € bis 9,99 € monatlich)

  •  Affirmations

Affirmationen, also positive Glaubenssätze, helfen uns, mehr Energie, Selbstbewusstsein und Gelassenheit zu erlangen. So können wir unsere Ziele leichter erreichen und unser Leben mit mehr Freude und Leichtigkeit bereichern. Negative Glaubenssätze hingegen lähmen uns und machen uns dazu noch unglücklich – Zeit, diese auszutauschen!

Folgende Fragen helfen, positive Glaubenssätze und Ziele zu definieren:

  • Ziel – Was will ich?
  • Sinn – Warum will ich es?
  • Sein – Identifiziere ich mich mit meinem Ziel?
  • Tun – Was tue ich, um das Ziel zu erreichen?

Beispiel:

Ziel: Ich weiß, dass ich ein Café eröffne und damit erfolgreich sein werde,

Sinn: weil ich Menschen gerne einen schönen Ort zum Verweilen und Genießen bieten möchte.

Sein: Ich habe alle nötigen Voraussetzungen, einen Sinn für Kulinarik, mag den Umgang mit Menschen, kann gut mit Zahlen umgehen und gut planen.

Tun: Deshalb werde ich von nun an mein Bestes geben, um die Eröffnung perfekt vorzubereiten.

Die Ziele können kurzfristig, mittelfristig und langfristig sein, am besten sind sie so persönlich wie möglich formuliert. Um von der Affirmation zu profitieren, sollten sie jeden Morgen laut gesprochen werden.

  •  Visualisation

Auch bei der Visualisierung wirkt das Prinzip der Anziehung. Wenn wir uns auf bestimmte Ziele konzentrieren, ziehen wir diese auch an. Die Vorstellung davon sollte so präzise und plastisch wie möglich sein. Wenn wir bei dem Beispiel des Cafés bleiben, können Sie sich beispielsweise vorstellen, wie Sie morgens den Schlüssel in das Türschloss des Cafés stecken und die Tür öffnen. Wie sieht das Café aus? Wie ist es eingerichtet? Welche Kuchen stehen in der Vitrine? Stellen Sie sich auch vor wie Sie sich dabei fühlen.

  • Exercise

Sport am Morgen bringt uns in Schwung, nicht nur unseren Körper auch unseren Geist. Je nach Vorliebe können Sie zum Beispiel eine Runde Joggen oder Yoga praktizieren.

  • Reading

Mit Lesen sind selbstverständlich nicht E-Mails gemeint – was Sie lesen, hängt ganz von Ihren Interessen ab. Vielleicht ein Fachartikel, ein Sachbuch über ein Thema, das Sie interessiert. Es müssen nicht zwingend fachliche Themen sein. Alles, von dem Sie glauben, dass es Ihren Horizont erweitert und Sie inspiriert, ist bestens geeignet.

  • Scribing

Wenn wir unsere Gedanken aufschreiben, prägen sich diese stärker in unser Gehirn. Dazu werden sie präziser, selbst wenn wir nur kurz über die Formulierung nachdenken. Wir können unsere Ziele notieren oder Fragen, die wir für uns lösen wollen. Auch ein Tagebuch eignet sich, entweder ganz frei oder eines, in dem wir uns jeden Tag folgenden Fragen widmen: 

  1. Wofür bin ich dankbar?
  2. Gestern sind folgende schöne Dinge passiert:
  3. Heute nehme ich mir folgendes vor:

Gestalten Sie Ihre Morgenroutine auf jeden Fall so, wie es Ihnen am besten tut. In der Länge und auch in den Schwerpunkten. Absolute Bewegungsmuffel können den Sport auch auf fünf Minuten Gymnastik am offenen Fenster reduzieren und sich dafür mehr Zeit für Meditation oder das Schreiben nehmen. Schließlich ist es Ihr Morgen, kosten Sie ihn aus.

Buchtipp: „Miracle Morning: Die Stunde, die alles verändert“ von Hal Elrod, Irisiana Verlag München 2014