Guten Abend, gute Nacht

Während wir Erwachsenen oftmals voller Sehnsucht an Schlaf denken, uns auf ein Ausschlafen freuen und ein Mittagsschlaf ein purer Luxus ist, stehen Kinder dem Schlaf oft eher ablehnend gegenüber. Egal wie müde sie sind, felsenfest wird behauptet: „Ich schlafe nicht! Ich bin die ganze Nacht wach!“. Und manchmal dauert das Einschlafen so lange, dass die Befürchtung aufkeimt, das Kind bliebe vielleicht wirklich die ganze Nacht wach …

Doch was können Eltern tun, damit das Zubettgehen und Einschlafen für alle einfach wird? Hier unsere Tipps inklusive Rezept für ein Monsterspray, die wirksame Waffe gegen jede Art von Ungeheuern unter Betten.

Selbständigkeit erfahren, Nähe spüren

Eine wichtige Voraussetzung zum Einschlafen ist das Gefühl von Sicherheit. Dieses erlangt ein Kind bereits tagsüber – zum einen dadurch, sich selbst zu vertrauen, sich zu entdecken, herauszufinden, was es alles kann, wenn es sich traut. Und gleichzeitig stets zu wissen, wenn ich Schutz, Rat oder Nähe brauche, ist jemand für mich da. Vor dem Schlafengehen tut es Kindern gut, wenn sie noch einmal ganz intensiv spüren, dass sie geliebt sind und sich geborgen fühlen können.

Viel Bewegung in der frischen Luft

Draußen rennen, klettern, spielen, sich so richtig verausgaben sorgt für einen angenehmen Erschöpfungszustand, das beste „Schlafmittel“. Auch Beschäftigungen, die das Denken fordern, führen dazu, abends zufrieden und müde genug zu sein, um entspannt einschlafen zu können.

Routinen

Feste Strukturen, Routinen und ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Zeiten für Essen und Spielen geben Kindern Sicherheit und Orientierung, es fällt ihnen dann auch leichter, sich auf das Zubettgehen und Einschlafen einzustellen.

Einschlafrituale

Eng verbunden mit den Tagesroutinen sind auch Einschlafrituale. Die letzte Stunde vor dem Schlafengehen sollte ruhiger gestaltet werden, kein Toben mehr, stattdessen ruhige Musik, Vorlesen, Erzählen oder ein (nicht zu aufregendes) Hörspiel anhören. Auch einfache Entspannungsmethoden für Kinder, wie die Faust ballen, die Anspannung fühlen und dann wieder loslassen und fühlen, wie locker sich die Hand jetzt anfühlt, können Ruhe bringen. Oder den Bauch wie einen Ballon beim Einatmen aufzublasen und dann die Luft wieder langsam herauszulassen.

Danach geht es ins Bad, anschließend gibt es eine Kuschelrunde und eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein Schlaflied im Bett. Auch über die Eindrücke des Tages zu erzählen, was gemacht wurde, was schön war, bringt Ruhe und lässt den Tag einfacher verabschieden.

Kuscheltiere und Bettdecke

Kuscheltiere können eine große Hilfe beim Ein- und Durchschlafen sein. Sie nehmen dann den Platz der Eltern ein und begleiten schützend durch die Nacht. Wenn die Bettdecke etwas schwerer ist, kann dies Kinder beruhigen.

Dunkelheit

Je dunkler es ist, desto besser kann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschütten. Deshalb sollte es im Kinderzimmer zur Schlafenszeit möglichst dunkel sein. Wenn das Kind ein Nachtlicht braucht, dann ist ein rotes Licht am besten geeignet, es stört den Schlaf am wenigsten.

Im eigenen Bett einschlafen

Zu lernen, im eigenen Bett ein- und durchzuschlafen, ist für viele Kinder schwer. Für die Eltern hingegen ist ein ständiger kleiner Gast, der sich auch gerne einmal breit macht, schwierig – der Schlaf leidet enorm und das ist auf Dauer sehr ungesund. Deshalb ist es wichtig, den Kindern zu erklären, dass die Eltern nicht schlafen können, wenn das Kind mit im Elternbett schläft. Aber dass die Eltern ganz in der Nähe sind. Um das Getrennt-Schlafen zu erleichtern, kann die ersten Nächte eine Matratze neben das Elternbett gelegt werden, auf dem das Kind schläft. Danach geht es in sein Bett und die Eltern können zu Beginn beim Einschlafen auf einer Matratze daneben liegen. Diese sollte dann Nacht für Nacht etwas weiter entfernt werden.

Hilfreich ist außerdem, dem Kind zu erklären, dass man rausgeht, aber nach ein paar Minuten schaut, ob alles okay ist. Das macht man, wiederholt es anfangs ein paar Mal und verlängert dabei die Wartezeiten jedes Mal etwas. Anfangs ca. 2 Minuten, dann etwa vier Mal wiederholen und jedes Mal 1-2 Minuten steigern. Am dritten Abend sollte man dann möglichst nur noch zwei bis drei Mal wiederkommen und am fünften bis sechsen Abend möglichst nur noch ein Mal. Kommt das Kind nachts zu den Eltern, wird es wieder zurückgebracht – auch wenn liegenbleiben einfacher wäre.

Monster verscheuchen

Wenn das Kind Ängste hat, ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und nicht nur zu sagen, dass es z.B. keine Monster oder Gespenster gibt. Hilfreicher ist es, Lösungen zu finden wie ein Schild auf dem steht „Monster verboten! Monster landen sofort im Gefängnis!“ oder ein Monster-Abwehr-Spray (s.u.).

Belohnungen

Man erklärt dem Kind, dass es für jede Nacht, in der das Durchschlafen oder das Schlafen im eigenen Bett funktioniert hat, morgens einen Sticker aufkleben darf. Nach sechs Stickern darf es eine zusätzliche Folge der Lieblingssendung geben, nach neun Stickern ein Pixi-Buch haben und so fort. Wichtig ist aber, dass Kinder nie das Gefühl bekommen, sich die Zuwendung ihrer Eltern „verdienen“ zu müssen.

Anleitung für Monsterspray

Zutaten:

  • Wasser
  • Natürliches Bio-Lavendelöl
  • Fläschchen mit Sprühkopf
  • Vorlage zum Ausdrucken
  • Bunte Stifte
  • Kinderkleber
  • Schere

So geht’s: Monster-Malvorlage herunterladen und ausdrucken. Monster mit Buntstiften nach Belieben ausmalen und ausschneiden. Den Sprühkopf aufschrauben, Wasser in das Fläschchen einfüllen, nach Belieben ein, zwei Tropfen Lavendelöl hinzufügen. Kräftig schütteln, Monster aufkleben und dann den Bannspruch rufen, fertig!