Kindersicheres Internet

Längst ist das Internet auch für Kinder ein fester Bestandteil des Alltags geworden, sie kommunizieren, unterhalten und informieren sich online. Bereits ein Drittel der Sechs- bis Siebenjährigen nutzt laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest das Internet, bei den Zwölf- bis Dreizehnjährigen sind es schon 94 Prozent. Hauptsächlich sind Kinder online, um in Suchmaschinen zu recherchieren, WhatsApp-Nachrichten zu verschicken, YouTube-Videos zu sehen oder über das Internet Musik zu hören. Social Media-Angebote nutzen vor allem ältere Kinder.

Die Fülle, Vielfalt und Schnelligkeit an Informationen, des Austauschs und der Unterhaltung bietet aber auch Gefahren, vor allem für Kinder. Es sind jugendgefährdende Inhalte, wie gewaltverherrlichende Online-Spiele oder pornographische Videos, die Kindern schaden können. Hier helfen spezielle Kinderschutzprogramme. Eine einfache technische Lösung gibt es allerdings nicht für jede Gefährdung. Dann müssen Eltern im Gespräch aufklären, vor Gefahren warnen und erklären, wie Kinder reagieren können. Zum Beispiel wenn sie in Foren und Chatprogrammen Cyber-Grooming begegnen: Hier verbergen Nutzer ihre wahre Identität und nehmen Kontakt zu einem Kind auf, um es möglicherweise später zu missbrauchen.

Weitere Fallstrike sind teure Downloads, der Umgang mit persönlichen Daten, Betrugsmails und generell das Thema E-Mail Sicherheit.

Was können Sie konkret tun, um das Internet für Ihre Kinder zu einem sicheren Platz zu machen?

Technische Kindersicherung

Kinderschutzprogramme:

  • Für Kinder unter 12 Jahren:

Hier ist die Installation der kostenlosen Software KinderServer empfehlenswert. Er erlaubt nur den Zugriff auf geprüfte Internetseiten und greift auf die Inhalte der Kinder-Suchmaschinen „FragFinn“ und „Blinde Kuh“ zurück.

Beim Starten des Computers wird automatisch der KinderServer aktiv, der PC ist im Kinder-Modus. Nur nach Eingabe eines von den Eltern festgelegten Passwortes ist ein uneingeschränkter Internetzugriff möglich.

  • Für Kinder ab 12 Jahren:

Mit dem Jugendschutz-Programm „Jusprog“ erhalten Kinder und Jugendliche mehr Zugriffsrechte als beim KinderServer, gewaltverherrlichende oder pornographische Seiten sind blockiert. Wie bei dem KinderServer vergeben Eltern ein Passwort, mit dem sie sich filterlos im Internet bewegen können.

App-Stores kindersicher konfigurieren

Im Play Store lässt sich über Einstellungen – Nutzersteuerung – Jugendschutzeinstellungen die App kindersicher schalten. Mit der PIN kann die Kindersicherung wieder aufgehoben werden.

Wählen Sie unter diesem Punkt auch gleich die Funktion „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ aus, um unerwünschte App- und In-App-Käufe zu verhindern.

Tipp: Im Play Store-Menü finden Sie unter dem Punkt „Leitfaden für Eltern“ weitere Tipps.

Das Gespräch

Natürlich kann die technische Sicherung nicht vor allen Gefahren schützen, Kinder müssen wissen, welche Punkte heikel sind und davor gewarnt werden. Hier ein Leitfaden:

• Sei kritisch, glaube nicht alles.

Gerade in Chats, E-Mails und in den Sozialen Medien können mithilfe falscher Profile Identitäten verborgen werden. Auch Inhalte können falsch sein. Ein Kriterium, um den Wahrheitsgehalt zu prüfen, ist die Seriosität der Quelle.

• Sprich darüber, wenn dir etwas komisch vorkommt.

E-Mails, die ein Erbe versprechen, Freundschaftsanfragen gänzlich Unbekannter – sobald etwas merkwürdig wirkt, sollte das Kind darüber sprechen und gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen besprechen.

• Gib keine Daten von dir preis.

Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel zur Einrichtung eines E-Mail-Accounts) und nur gemeinsam mit den Eltern dürfen persönliche Daten angegeben werden.

• Erstelle sichere Passwörter und verrate sie niemandem.

Sichere Passwörter sollten mindestens 10 Zeichen lang sein, aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen. Für jeden Account sollte ein anderes benutzt werden.

• Vorsicht beim Download von Dateien, Programmen oder Apps.

Es besteht die Gefahr, Viren mit herunterzuladen, dazu können unter Umständen auch Kosten entstehen. Deswegen sollte das Herunterladen immer unter Aufsicht der Eltern geschehen.

• Beantworte keine Nachrichten von einem Fremden.

Spam und Betrüger-Nachrichten werden immer raffinierter …

• Vorsicht beim Upload von Fotos.

Bilder können kopiert und missbräuchlich verwendet werden. Auch sehr wichtig: Fotos von Freunden dürfen nicht ohne deren Zustimmung ins Netz zu gestellt oder über Messenger-Dienste verbreitet werden.

Weiterlesen:

Broschüre „Gutes Aufwachsen mit Medien – Digitales Kinderzimmer“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend