Klimafreundliche Mobilität

Wir wissen, wie existentiell wichtig die Reduktion von CO2-Emissionen ist. Der Klimawandel ist bereits deutlich spürbar. Wenn wir nicht entschieden handeln, werden die Folgen für Umwelt und Mensch dramatisch sein. Schmelzendes Polareis führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels, der wiederum eine Überschwemmung der Küstenregionen sowie Starkregen und Wirbelstürme zur Folge hätte. Dazu könnten riesige Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen, wenn die Permafrostböden tauen, was den Klimawandel zusätzlich verstärken würde. Extreme Dürre ist eine weitere Folge, die wiederum Hungersnöte und Fluchtbewegungen auslöst.

Wir müssen handeln. Aber wie? Der Verkehr ist mit 23 Prozent nach der Energiewirtschaft der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Flugzeuge

Das Flugzeug ist bekanntlich das klimaschädlichste Transportmittel.Beim Fliegen wirkt nicht nur der Ausstoß von CO2 negativ aufs Klima, auch Substanzen wie Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf, die bei der Verbrennung von Kerosin entstehen, tragen zur Erderwärmung bei. 230 Gramm Emissionen werden hier pro Personenkilometer verursacht – im Vergleich: bei einer Bahnfahrt sind es 32.

Zumindest Kurzstreckenflüge sollten daher konsequent gemieden werden – zumal das Ziel mit dem Flugzeug oft nicht schneller zu erreichen ist. Man spart sich zudem Sicherheitskontrollen und Einchecken, Bahnhöfe sind einfacher zu erreichen als Flughäfen, das Reisen mit der Bahn ist somit auch bequemer. Bei Fernreisen sind die Alternativen rar. Wer den Ozean aus Zeitgründen nicht mit dem Schiff überqueren kann, dem wird nur das Flugzeug bleiben. Eine Möglichkeit ist es, die entstandenen Emissionen zu kompensieren, zum Beispiel bei Atmosfair. Das Geld fließt in Klimaschutzmaßnahmen und leistet oft noch einen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit. Die Kompensation eines Fluges von Düsseldorf nach Mallorca und zurück kostet weniger als 50 Euro.

Automobil

Der Großteil der Emissionen aus dem Verkehrssektor stammt aus dem motorisierten Individualverkehr. Und das seit 1990: Statt der geplanten Einsparung von 40 Prozent der Treibhausgasemissionen sind die CO2-Emmisionen in diesem Sektor unverändert. Beim Autofahren werden 147 Gramm Emissionen pro Personenkilometer verursacht – zur Erinnerung: bei einer Bahnfahrt sind es nur 32.

Elektroautos bieten eine klimafreundlichere Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotoren. Abzüglich der Umweltprämie sind Neuwagen ab rund 10.000 Euro erhältlich. E-Autos sind fürs Klima zwar besser als Autos mit Verbrennungsmotor. Allerdings muss man einschränkend sagen: nicht von Anfang an. Die Herstellung der Batterie ist energieintensiv und produziert enorme Mengen an CO2. Elektroautos mit kleiner Batterie erreichen erst nach vielen tausend Kilometern einen Klimavorteil, Autos mit großer Reichweite sparen CO2 zum Teil erst nach mehr als 160.000 gefahrenen Kilometern. Was die Umweltbilanz zusätzlich schmälert, ist das für die Batterie nötige Lithium. Dessen Förderung zerstört fragile Ökosysteme in Südamerika und raubt der dort lebenden Bevölkerung Land und Wasser.

Während die Produktion von E-Autos langsam ins Rollen kommt, ist das Wasserstoffauto noch Zukunftsmusik. Zwar sind bereits Modelle erhältlich, sie kosten wegen der geringen Produktionsauflage jedoch um die 70.000 Euro. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur für Wasserstofftankstellen noch nicht ausreichend ausgebaut ist, es gibt nur 84 Tankstellen in Deutschland. Abgesehen davon braucht es elektrische Energie, um Wasserstoff herzustellen. Nur wenn diese aus regenerativen Energien stammt, ist die Klimabilanz neutral. Jedoch kann Wasserstoff hergestellt werden, wenn aktuell produzierte Wind- oder Solarenergie nicht anderweitig genutzt wird und ein Überangebot besteht. Wasserstoff entsteht zudem auch als Nebenprodukt bei zahlreichen industriellen Prozessen und wird als Abfall behandelt. Hier bieten Brennstoffzellenantriebe eine Möglichkeit zum Upcycling des Wasserstoffs. Wenn es möglich wäre, bei der Herstellung des Wasserstoffs ausschließlich regenerative Energien zu verwenden, hätten Wasserstoffautos die bessere Klimabilanz als E-Autos, sie fahren völlig emissionsfrei.

Bus & Bahn

Der Fernlinienbus gilt als das ökologischste Verkehrsmittel. Hier werden nur 29 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer verursacht. Dazu ist das Verkehrsmittel sehr günstig und WLAN ist Standard. Bei mittellangen Strecken, etwa bei zum Beispiel 200 Kilometern, sind Fernbusse häufig sogar genauso schnell wie die Bahn, erst bei längeren Strecken und im Vergleich zum ICE ist die Bahn schneller. Bis 2038 sollen alle Züge der deutschen Bahn mit Ökostrom fahren, heute fahren 140 Million Reisende mit Ökostrom. Mit der Bahn werden 31 (im Nahverkehr) und 32 (im Fernverkehr) Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer verursacht. Wenn die Ziele mit Bus oder Bahn zu erreichen sind, sind diese Verkehrsmittel aus ökologischer Sicht klar zu empfehlen.

Tipps für eine nachhaltigere Mobilität

  • Bilden Sie Fahrgemeinschaften, je mehr Personen im Auto fahren, umso günstiger wirkt sich dies auf Treibhausgase pro Personenkilometer aus – und Ihren Geldbeutel.
  • Wenn Sie nicht ganz auf das Auto verzichten können, gibt es vielleicht die Möglichkeit eines Mobilitätsmix, also zum Beispiel in der Fahrgemeinschaft mit dem Auto oder mit dem Fahrrad zum nächstgelegenen Bahnhof fahren, mit dem Zug weiterfahren und die letzte Wegstrecke mit Bus oder Leihfahrrad zurücklegen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Möglichkeit, zumindest tageweise im Home Office zu arbeiten. Während der Pandemie haben viele Unternehmen ihre Scheu vor Home Office verloren und festgestellt, dass die Arbeitsergebnisse weiterhin gut waren. Auch nicht jede geschäftliche Reise ist zwingend nötig, vieles lässt sich im Videocall besprechen.
  • Es gibt die Möglichkeit, entstandene Emissionen zu kompensieren, zum Beispiel bei Atmosfair – nutzen Sie sie.
  • Wenn Sie weite Strecken reisen möchten, überlegen Sie, ob statt Flugzeug evtl. ein Nachtzug in Frage kommt.
  • Verzichten Sie auf Kurzstreckenflüge.