Mein Vorsatz: kein Vorsatz.

Um diese Zeit lesen wir häufig, wie wir „Gute Vorsätze“ am besten umsetzen können. Mit vielen Tipps und Tricks, um im neuen Jahr eine neue, bessere Version von uns werden zu können. Sportlicher, ausgeglichener, gesünder, disziplinierter, bewusster. Die Liste, was wir da alles optimieren wollen, ist gerne ambitioniert und lang, voller Enthusiasmus wollen wir zum Jahreswechsel alles ändern, was uns schon immer an uns gestört hat, frei nach dem Motto: neues Jahr, neues Glück. Und blenden uns und die dritten Januarwochen der vergangenen letzten Jahre aus, in denen wir dann beschämt und kleinlaut sagten, ach, ja, na ja, war irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt …

Der Zeitpunkt, das ist der Punkt. Veränderungen brauchen keinen kalendarischen Startschuss, sondern eine tiefe innere Überzeugung. Eine Bereitschaft. Vielleicht gibt uns eher der Sommer die Energie dazu. Oder ein Urlaub. Vielleicht leitet ein Ereignis eine Veränderung ein oder ein Gespräch, inspiriert uns, unserem Denken eine neue Richtung zu geben.

Um Veränderungen zu erreichen, sind zudem konkrete und definierte Ziele hilfreich – und ein Plan, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann. Die Motivation kann durch Visualisierung gestärkt werden: Wie genau sieht das Leben aus, wenn ich das Ziel erreicht habe, wie fühle ich mich, wie geht es mir? Kleine Belohnungen helfen ebenfalls dranzubleiben.

Und was, wenn sich trotz unserer Bemühungen und Planungen nichts ändert? Wenn wir auch weiterhin Süßigkeiten lieben und dieser Liebe treu bleiben. Wenn wir feststellen, wie überaus schön es in der Komfortzone ist, wir ganz wir selbst sind, in Jogginghose und bester Laune mit einem Buch auf der Couch liegend.

Was, wenn wir einfach so bleiben dürfen, wie wir sind? So genussfreudig, entspannt, belesen. Wenn wir unsere kleinen Schwächen und Macken großzügig in dem tollen Gesamtpaket annehmen. Unser Leben im Großen und Ganzen wunderbar ist und wir eigentlich eine große Dankbarkeit empfinden dürfen, dass es genauso ist, wie es ist. Was, wenn die 77 Prozent der Deutschen, die keine guten Vorsätze fassen, alles richtig machen?

Wer aber partout nicht auf gute Vorsätze verzichten möchte, dem empfehlen wir hier eine Auswahl absolut gelingsicherer Vorsätze:

  1. Ich koche ein neues Gericht.
  2. Ich putze meine Schuhe.
  3. Ich suche mir eine neue Strecke für eine Radtour aus.
  4. Ich kaufe ein Sachbuch zu einem Thema, das mich schon immer interessiert hat.
  5. Ich kaufe mir schöne neue Joggingschuhe (falls ich einmal laufen gehen will).
  6. Ich miste meinen Kleiderschrank aus.
  7. Ich lege die Zahnseide direkt neben die Zahnbürste.
  8. Ich gehe auf eine Demonstration für ein mir wichtiges Thema.
  9. Ich spare: Alle 5-Euro-Scheine, die im Portemonnaie landen, kommen in ein Sparglas.
  10. Ich werde anderen dabei zusehen, wie sie Sport treiben.