Nur die Ruhe.

Wir müssen die meiste Zeit zu Hause verbringen, der Wocheneinkauf im Supermarkt und ein kleiner Spaziergang sind zum Highlight geworden, uns fehlen Freunde und Familie und Kollegen, wir vermissen das Zusammensein, schöne Erlebnisse. Für Eltern kommt die zusätzliche Anforderung hinzu, Kinderbetreuung und Home Office zu vereinbaren und zu organisieren, nicht wenige kämpfen mit finanziellen Sorgen und die gesundheitliche Bedrohung ängstigt uns alle.

Neben dem Verzicht macht sich auch ein Gefühl von Eingesperrtsein breit. Wir sind ruhiggestellt. Eine äußerliche Ruhe, innerlich wächst jedoch die Anspannung, es brodelt und dieser Zustand droht sich in einer gewaltigen Explosion zu entladen. Zum unserem Leidwesen und dem unserer Mitmenschen. Doch wir können einen anderen Weg wählen, den der Selbstberuhigung. Wenn wir unsere Gefühle von innen heraus kontrollieren, finden wir zu einem konstruktiven Dialog. Damit haben wir die Möglichkeit, authentisch zu sein, ohne unsere Wut und Ängste ungefiltert an die Umwelt weiterzugeben. Gleichzeitig vermeiden wir, dass unterschwelliger Ärger zu einem Abwenden führt, der andere dann keine Gelegenheit hat darauf einzugehen.

Erste Hilfe bei Stress

Schultern senken

Nacken- oder Kopfschmerzen sind ein typisches Stresssymptom, nicht selten liegt es an den verkrampft hochgezogenen Schultern. Eine beruhigende Wirkung hat es hingegen, einige Male tief auszuatmen und die Schultern bewusst fallen zu lassen.

Atmen

Bei Stress neigen wir zu schneller, flacher Atmung. Auch hier hilft Aufmerksamkeit: Augen schließen, Anspannung bewusst ausatmen und beim Einatmen Ruhe aufnehmen.

Eine weitere, beruhigende Atemtechnik, ist die Bauchatmung: Dabei wird eine Hand in Höhe des Bauchnabels locker auf den Bauch gelegt. Beim Einatmen soll sich die Hand möglichst weit mit nach außen bewegen, beim Ausatmen den Bauch ganz weit einziehen. Fünfmal wiederholen.

Eine dritte Technik, ist die des verlängerten Ausatmens. So vertieft und verlangsamt sich die Atmung, man atmet freier; ruhige Atmung führt zu besserer Sauerstoffversorgung und so zu einem Zustand von Ruhe. Möglichst tief ausatmen und fff durch die Lippen pusten. In der letzten Atemphase sollte die gesamte Luft aus dem Bauchraum ausgeatmet werden. Dreimal wiederholen.

Hand auf die Stirn

Wenn wir die Hand auf die Stirn legen, wird der Kopf klarer und emotional ruhiger. Warum? Das Blut, das bei Stress in den Hirnstamm im Hinterkopf schießt, wird wieder in die Stirn gezogen.

Situation annehmen

Wir haben die Wahl, wie wir eine Situation bewerten. Übrigens, das chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei Teilen: eines steht für Gefahr, das andere für Chance. Wenn wir Situationen möglichst neutral sehen und nicht bewerten, können wir sie leichter annehmen. Dabei hilft der Satz: „Das ist gut – auch, wenn ich noch nicht weiß, wofür.“ Das entspannt und nur in einem entspannten Zustand können wir sinnvolle Lösungen finden.

Gedankenkarussel stoppen

Wenn quälende Gedanken immer wiederkehren oder sich im Kopf festsetzen, sollte man versuchen sie zu beobachten, wahrzunehmen und dann wie Wolken ziehen zu lassen. Wir müssen ihnen nicht die Macht geben, uns zu ängstigen, traurig oder wütend zu machen. Dabei ist außerdem hilfreich, die Aufmerksamkeit mit allen Sinnen auf das Jetzt und Hier zu richten. Welche Geräusche oder Gerüche sind wahrnehmbar? Wie fühlt sich der Tisch an. Wie schmeckt der Tee?