Schlaf gut!

Sich von einer Seite auf die andere zu wälzen, müde zu sein ohne einschlafen zu können, Gedankenkarussel zu fahren und es nicht anhalten zu können, mitten in der Nacht oder lange vor der Weckzeit aufzuwachen – viele Menschen kämpfen damit, meist sporadisch. Wenn die Beschwerden mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von ein bis drei Monaten auftreten, sprechen Mediziner von einer Schlafstörung. Keinen erholsamen Schlaf zu finden, ist nicht nur belastend, auf lange Sicht können Schlafstörungen auch krank machen. Die Ursache sollte daher unbedingt medizinisch abgeklärt werden. Oftmals halten Stress und Sorgen uns wach. Schlafstörungen können aber auch Symptome psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen sein. Ebenso können Atemstörungen, wie Schnarchen oder Atemaussetzer, den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Selten ist eine Schilddrüsenfehlfunktion die Ursache für eine Schlafstörung.

Neben ärztlicher Konsultation können Sie auch selbst schon einiges tun, um besser zu schlafen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und gute Nächte!

Besser schlafen – so geht’s:

Eine gute Schlafatmosphäre schaffen

  • Ein aufgeräumtes Schlafzimmer schafft auch innerlich Ruhe.
  • Wählen Sie für Wände und Bettwäsche entweder ein neutrales Weiß oder kühle, ruhige Farben wie Grün oder Blau.
  • Ätherische Öle können Ihnen ebenfalls in den Schlaf helfen, wie zum Beispiel Baldrian, Lavendel, Ylang Ylang, Hopfen und Vetiver.
  • Gute Luft ist die Voraussetzung für guten Schlaf, vor dem Zubettgehen sollten Sie das Zimmer mindestens zehn Minuten lüften.
  • Ein zu warmes Bett stresst den Körper, die ideale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad.
  • Einzige Ausnahme: Die Füße dürfen warm sein, im Winter halten Sie sie durch Schlafsocken oder eine Wärmflasche warm.
  • Das Schlafzimmer sollte gut abgedunkelt sein, zum Beispiel durch spezielle Rollläden oder beschichtete Vorhänge.

Tagsüber und vor dem Schlafen

  • Falls Sie mittags schlafen: bitte nicht länger als 30 Minuten.
  • Seien Sie so oft wie möglich draußen an der frischen Luft, das kurbelt die Schlafhormon-Produktion am Abend an.
  • Sport sollten Sie nicht zu spät treiben, spätestens 1,5 Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie langsam ruhiger werden.

Essen & Trinken

  • Zwischen der letzten Mahlzeit und Zubettgehen sollten mindestens zwei Stunden liegen.
  • Essen Sie am besten etwas Leichtes und gut Verdauliches gegartes Gemüse mit magerem Geflügel.
  • Nach 16 Uhr besser keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke mehr trinken.
  • Alkohol, Medikamente und Nikotin können den Schlaf ebenfalls stören.
  • Trinken Sie vor dem Zubettgehen ein Glas Sauerkirschaft (es enthält das Schlafhormon Melatonin).

Kurz vor dem Schlafen

  • Möglichst eine Stunde vor dem Zubettgehen kein Fernsehen mehr schauen, die flimmernden Lichtreize halten unnötig wach.
  • Laptop, Handy und Tablet sollten aus dem Schlafzimmer verbannt werden.
  • Wen Grübeleien am Schlafen hindern, dem empfiehlt sich ein Tagebuch – hier können alle Gedanken festgehalten und so besser aus dem Kopf verbannt werden. Wenn es die Aufgaben des nächsten Tages sind, an die Sie denken, schreiben Sie sie ebenfalls einfach auf.

Hilfreiche Routinen

  • Gehen Sie abends möglichst zur selben Zeit ins Bett und stehen immer zur selben Zeit auf.
  • Setzen Sie auf Entspannung wie Yoga, Tai Chi, Meditation oder autogenes Training – so können Sie Stress abbauen und für besseren Schlaf sorgen. Übrigens: Viele Krankenkassen übernehmen die Kurskosten anteilig oder sogar ganz.

Es klappt einfach nicht?

Wenn Sie nicht schlafen können, machen Sie sich keinen Druck. Sie wissen vermutlich selbst: Je mehr Sie sich ärgern, umso mehr entfernen Sie sich vom Schlaf. Stehen Sie einfach auf und gehen einer ruhigen Tätigkeit, wie zum Beispiel Lesen nach.