Shiatsu, Energiefluss auf Fingerdruck

Shiatsu ist keine klassische Massagetechnik, in der japanischen Heildruckmassage steht der Mensch in seiner Ganzheit im Mittelpunkt. Ziel der Behandlung ist es, ausgleichend auf Körper, Geist und Seele zu wirken. Die über 100 Jahre alte Behandlungsform hat ihren Ursprung in der traditionellen chinesischen Medizin.

Sie beruht auf der Annahme, dass Lebensenergie, das „Ki“, durch Bahnen im Körper verläuft, sogenannten Meridianen. Die fernöstliche Medizin zielt darauf, den Kraftstrom in ein Gleichgewicht zu lenken. Vergleichbar mit Flüssen und Kanälen eines Landes fließen diese Energieströme durch den Körper. Auch hier gibt es Stromschnellen, Stauungen, Dammbrüche, Überflutungen, stehende Gewässer und tote Flussläufe. Wenn der Energiefluss gestört ist, sind Beschwerden von Körper und Geist die Folge. Shiatsu bringt diese blockierten Energien wieder in Fluss.

Vor der Shiatsu-Behandlung findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem über die körperliche und seelische Situation des Patienten sowie seine Lebensumstände gesprochen wird. Anschließend tastet der Shiatsu-Therapeut den Bauch und/oder Rücken ab, um einen energetischen Befund zu erstellen. In der Regel liegt der bekleidete Patient bequem auf einer weichen Matte oder einem Futon am Boden.

Übersetzt heißt Shiatsu „Fingerdruck“ und genau mit diesem Druck, der aus dem Körpergewicht und der Körpermitte des Shiatsu-Praktikers aufgebaut wird, des „Sich-Sinken-Lassens“, wird auf die betroffenen Shiatsu-Punkte mit Daumen, Handballen, Ellbogen, Knien und Füßen in fließenden Bewegungen eingewirkt. 350 Shiatsu-Punkte gibt es im Körper. Es werden anders als bei der Akupunktur nicht nur die Punkte stimuliert, sondern die Meridiane, die also die Punkte verbinden. Shiatsu ist eine sanfte und zugleich kraftvolle Behandlung in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre.

Die Behandlung hilft dem Menschen, seinen Körper wieder wahrzunehmen, sich zu entspannen, bei sich anzukommen. Anspannungen werden gelöst, aufgestaute Energien (Ki) fließen wieder.

Die Anwendungsgebiete sind außerordentlich vielfältig. Shiatsu kann helfen bei:

  • Angstzuständen
  • Asthma
  • Burnout-Syndrom
  • Depressionen
  • Erschöpfung
  • Herz-Kreislaufproblemen
  • Kopfschmerzen
  • Lebenskrisen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Multiple Sklerose
  • Neurologische Erkrankungen
  • Nervöse Beschwerden (vegetative Störungen)
  • Palliative Medizin
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schmerzzuständen (akut und chronisch)
  • Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
  • Stress
  • Verdauungsstörungen
  • Verspannungen
  • Wechseljahresbeschwerden

Bei schweren, ernsthaften oder lebensbedrohlichen Erkrankungen ist Shiatsu als alleinige Therapie selbstverständlich nicht geeignet, kann aber begleitend eingesetzt werden. Shiatsu sollte nicht angewendet werden bei akuten Entzündungen, Fieber, Infektionskrankheiten, bei inneren und äußeren Verletzungen, offenen Wunden, Knochenbrüchen, starker Osteoporose, Knochenmetastasen oder schweren psychischen Erkrankungen. Shiatsu kann als „Nebenwirkung“ eine Entwicklung der Persönlichkeit oder Wandel im Lebensstil anstoßen – möglicherweise eine sehr willkommene Herausforderung.

Tipps:

  • Gesetzliche Krankenkassen zahlen Shiatsu-Behandlungen nicht, nur wenige private Versicherungen übernehmen die Kosten. Eine einstündige Sitzung kostet zwischen 40 und 65 Euro.
  • Über www.shiatsu-gsd.de finden Sie kompetente, fundiert ausgebildete Shiatsu-Praktiker.
  • Bei der Behandlung sollte Sie bequeme, lockere Kleidung tragen.
  • Stellen Sie sich auf ein Vorgespräch ein, Sie werden von sich und Ihrem Alltag erzählen. Denn schließlich geht es beim Shiatsu um Körper, Geist und Seele.