So schmeckt`s – das DIY-Kinderkochbuch

Am liebsten jeden Tag Pfannkuchen, Nudeln bitte ohne Soße, auf gar keinen Fall Gemüse – außer vielleicht Kartoffelbrei oder besser Pommes wahlweise Fritten. Abwechslungsreich, gar vitaminreich für Kinder zu kochen, fordert heraus und ist eine Meisterleistung an Kreativität. Im Vergleich ist die Zubereitung eines mehrgängigen Menüs für eine Runde Sterneköche nichts dagegen, ein Kinderspiel.

Also, wie schaffen wir es, dass Kinder gesund und mit Genuss essen?

Zunächst müssen wir wissen, wie Kinder Essen wahrnehmen. Fakt ist, Kleinkinder sind uns mit ihren ca. 10.000 Geschmacksknospen auf Zunge, Wangen und Rachen eindeutig überlegen. Bei Erwachsenen sind es nur noch 3.000 bis 5.000. Auch der Tastsinn ist bei Kindern wesentlich ausgeprägter, weshalb die Konsistenz von Speisen von so starker Bedeutung ist.

Die Vorliebe von Kindern für Süßes hat nachvollziehbare Gründe: Zum einen schmeckt Muttermilch süßlich. Zum anderen erinnert das genetische Gedächtnis daran, dass Süßes, wie Früchte, einen hohen Energiegehalt liefert und damit die Überlebenschancen vergrößert. Pflanzengifte hingegen sind oft bitter, die Abneigung also eine prinzipiell schlaue Vorsichtsmaßnahme. Dass nicht alles Grün mit Bitterstoffen giftig ist, muss erst noch gelernt werden. Kinder sind aufgrund ihres noch geringeren kulinarischen Erfahrungsschatzes besonders kritisch und prüfen deshalb intensiv, was sie in den Mund nehmen.

Gesundheitspsychologin Prof. Andrea Maier-Nöth hat aus ihrer Studie den Schluss gezogen, dass es sieben- bis achtmal braucht, bis ein Kleinkind ein neues Gemüse annimmt. Hier ist also Geduld gefragt. Wurde das Gemüse dann aber angenommen, wird es auch 15 Monate später gegessen und später im Alter von sechs Jahren akzeptiert. Wichtig sei, dass die Lebensmittel nicht vermischt werden, damit das Kind lernt, wie Spinat, Zucchini & Co. eigentlich schmecken.

Sobald die Kinder groß genug sind, sollten sie in der Küche helfen dürfen. Das nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, hat aber den großen Vorteil, dass sie mit größerer Freude essen. Die Neugier, etwas zu lernen und der Stolz, etwas gemacht zu haben, steigern eindeutig den Appetit.

DIY-Kochbuch

Gemeinsam mit Kindern ein Kochbuch zu gestalten, weckt ihre Lust am Kochen, am Essen und auch am Entdecken von neuen Lebensmitteln. Dabei bestimmen natürlich die Kinder, welche Gerichte nach einem „Schmeck-Test“ in das Kochbuch kommen. So wie Kochprofis das eben auch machen. Und peu à peu wird das Kochbuch erweitert.

Eine Seite mit Lieblingszutaten erleichtert die Suche nach neuen Gerichten und sollte stetig erweitert werden. Hier finden alle Lebensmittel Platz, die lecker schmecken. Okay, die Gummibärchen dürfen hier auch hin. Dafür aber genauso die rote Paprika. Und vielleicht irgendwann sogar der Brokkoli.

Tipp: Einen Ausflug auf den Wochenmarkt unternehmen und die Kinder dort viele Fotos machen lassen. Außerdem dürfen sie sich drei Sachen aussuchen, die sie gerne einmal probieren möchten.

Für die Gestaltung des Buches brauchen Sie:

  • einen Ringbuchordner
  • Tonpapier
  • Locher
  • Buntstifte, Filzstifte, Aufkleber – alles, womit Ihr Kind gerne malt und gestaltet
  • Schere, Kleber
  • Werbeprospekte
  • Fotos von Zutaten, Gerichten und den Kindern

So geht’s:

Auf den Titel kommt natürlich ein Foto der Kinder – vielleicht in Kochschürze, mit Kochlöffel oder beim Kochen? Auf die einzelnen Tonpapier-Seiten notieren Sie die Rezepte, die den Kindern geschmeckt haben und die ins Kochbuch dürfen. Die Kartoffelsuppe mit Würstchen, Pfannkuchen, die Tomatensuppe mit Hackbällchen – am besten mit einem Foto des selbstgemachten Gerichts. Foto aufkleben und die Seite bemalen und verzieren übernehmen die Kinder. Für die Seite mit den Lieblingszutaten können Werbeprospekte eine Bildquelle sein. Oder Sie nehmen eigene Fotos. Gemalt werden darf natürlich auch!

Viel Spaß beim Entdecken, Basteln, Kochen – und natürlich Genießen!