Stressige Weihnacht überall?

Die überfüllten Straßen der Stadt, überheizte Kaufhäuser, überall blinkt es grell und schallt es laut weihnachtlich, Anreize zu kaufen und zu essen und zu trinken überreizen die Sinne und Besinnlichkeit flüchtet. Die Kalender sind voll mit Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmarktbesuchen und Listen, mit Erledigungen vor dem Fest, werden länger und länger. Geschenke aussuchen, besorgen, einpacken, manche davon müssen zur Post, wo lange Schlangen warten. Mit giftenden Wartenden, von denen einer denkt: „Hat der Stand mit den Weihnachtsbäumen noch auf? Gilt das Parkticket noch? Hoffentlich haben sie am Stand nicht nur noch die dürren, krummen Fichten … Ein neuer Weihnachtsschmuck wäre auch mal wieder gut. Heute Abend noch schnell die Weihnachtspost schreiben (ich muss an Briefmarken denken!) und dann das Weihnachtsmenü für alle planen (inklusive vegetarischer Alternative und bloß keine Nüsse, diesmal kein Notarzteinsatz!!!). Wann gehe ich denn einkaufen? Und wann schmücke ich den Baum? Die Kinder könnten langsam auch mal mehr mithelfen, habe einfach alle viel zu sehr verwöhnt – ja, ja, ich mach‘ das schon … Das nächste Mal mache ich nichts. Gar nichts. Ich verreise, so! Ich bin einfach nicht da…“. Die Gedanken rasen während die Schlange sich vor dem Schalter in Zeitlupe bewegt. 

Kennen Sie das?

Eine stressbedingte Fluchtreaktion ist sehr verständlich – und die Feiertage auf Thailand zu verbringen, kann sicher angenehm sein. Aber wer das Fest eigentlich doch ziemlich gerne mit Familie und Freunden verbringt, muss nicht zwangsläufig im Hektikstrudel landen.  

LASST UNS FROH UND MUNTER SEIN – SO GEHT’S:

Kommunikation

Erwartungen schaffen Druck. Vor allem, wenn man nicht einschätzen kann, was die anderen sich wünschen und was einen selbst erwartet. Deshalb klären Sie vorab mit Familie und Freunden ganz offen, wie und was sie sich für Weihnachten wünschen und auch, wer was tun kann. Vergessen Sie dabei nicht Ihre Bedürfnisse und akzeptieren Sie die Bedürfnisse anderer.

 Geschenke 

41 Prozent der Deutschen empfinden den Geschenkekauf als größten Stressfaktor in der Vorweihnachtszeit. Wenn das in Ihrem Familien- und Freundeskreis auch so ist, dann sprechen Sie es einfach offen an. Vereinbaren Sie zum Beispiel, sich Zeit zu schenken. Oder Sie machen aus dem Weihnachtsgeschenk ein Überraschungsgeschenk. Irgendwann im Jahr und genau dann, wenn Sie eine tolle Geschenkidee haben. Dann wird das Ziel des Schenkens auch erreicht, nämlich dem anderen eine Freude zu machen. Mit einem Geschenk, für das man sich Zeit nehmen konnte und wollte.

DIY-Geschenke 

Mit selbst gemachten Kleinigkeiten kann man eine große Freude machen, nichts ist persönlicher. Auch wenn es in Serie und das gleiche Geschenk für mehrere Menschen ist. Für Sie hat dies den Vorteil hat, Zeit zu sparen. Das kann zum Beispiel ein selbstgemachtes Konfekt sein, bedruckte Jutetaschen, Brotaufstriche oder ein selbstgemachtes Peeling. 

Und wenn’s nicht gefällt?

Beschließen Sie, sich gegenseitig an Weihnachten zu beschenken, kann es beim Auspacken statt einem Strahlen im Gesicht und feuchten Augen auch zu einem nervösen Zucken der Mundwinkel und unüberhörbaren Schweigesekunden kommen. Keine Panik. Wenn ein Geschenk nicht gefällt, funktioniert folgendes Krisenmanagement: wertschätzen und ehrlich sein. Zunächst heißt es, sich zu bedanken und das Geschenk in Besitz zu nehmen, also die grün-lila gepunktete Mütze anzuziehen. Dadurch sagen Sie: Schön, dass du Dir Gedanken gemacht hast. Dann wird es etwas unangenehmer: Wenn man nicht weiß, ob das Geschenk einem gefällt, kann man vielleicht am nächsten Tag sagen: Das ist leider doch nichts für mich, tut mir leid. Es aber einfach anzunehmen, kann durchaus die Beziehung vergiften – man fühlt sich selbst unaufrichtig, der andere merkt das, fragt immer wieder nach, ob es denn wirklich gefällt. Und wenn der andere nichts merkt, könnte es sein, dass nächstes Jahr der grün-lila gepunktete Schal folgt.

Singen

Selbst für die Weihnachtsmusik zu sorgen, ist nicht nur schön und stimmungsvoll, es baut auch Stress ab. Also schon mal die Liedtexte ausdrucken, falls Sie nicht mehr ganz textsicher sind!

Besinnliche Momente

Die bekommen Sie, wenn Sie sich erlauben, nicht alles mitmachen zu müssen. Ja, auch ein Kurzurlaub ist möglich. Aber auf jeden Fall zum Beispiel ein Spaziergang oder Sport oder ein Bad. Schaffen Sie sich kleine Zeitinseln und gönnen Sie sich etwas Besonderes – vielleicht ein Besuch im Theater, Konzert oder Kino.

Harmonie beim Fest

Keine Sorge, Sie wissen, strittige Themen und Konflikte gibt es in den besten Familien. Das ist anstrengend und man möchte es nicht – zu Weihnachten vermutlich erst recht nicht. Deshalb am besten gezielt das Thema einzeln vorab ansprechen, um das es geht und anbieten, es nach dem Fest in Ruhe zu besprechen. Kommt es während des Festes doch zu einer unangenehmen Situation, können Sie ruhig sagen, dass Sie die Entscheidung getroffen haben, jetzt nicht darüber zu sprechen. 

Und vielleicht beschließen Sie einfach, dass es gar nicht absolut harmonisch sein muss. Wenn es ein geselliger Abend wird, ist es schön. Dafür können Sie auch etwas tun, zum Beispiel zu Beginn der Feierlichkeiten die Frage stellen, was das schönste Geschenk das Leben jedem im Jahr 2018 gemacht hat. Man richtet den Blick auf das Positive im Leben und schafft damit eine positive Basis.

In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr GSE-Team eine besinnlich schöne Vorweihnachtszeit!

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