Was verbindet, bewegt – unsere Gelenke

Laufen, greifen, sich drehen oder beugen, für all diese Bewegungen brauchen wir unsere Gelenke. Vertreten sind sie in verschiedenen Ausführungen, da gibt es die Scharniergelenke im Ellenbogen oder Knie, die eine Bewegung in eine Richtung ermöglichen, die Sattelgelenke wie im Daumen, mit denen wir ihn zwei Richtungen bewegen können oder das Kugelgelenk in unserer Schulter, das uns die Bewegung in drei Richtungen ermöglicht. Die Gelenkschmiere zwischen den Knorpeln sorgt dafür, dass diese reibungslos übereinander gleiten und mit Nährstoffen versorgt werden.

Treten Probleme mit den Gelenken auf, ist Gelenkverschleiß oder Arthrose die führende Gelenkerkrankung. Betroffen sind hierbei vor allem die Gelenkknorpel, also der relativ dünne Schutzüberzug der Gelenkflächen. Geschädigte Gelenkknorpel können sich nicht von allein regenerieren, Gelenke sind Belastungen dann ungeschützt ausgesetzt. Die Knie trifft es dabei am häufigsten. Auch Rheuma, wie die rheumatoide Arthritis, ist eine typische Gelenkkrankheit und kann sich an der Wirbelsäule, hauptsächlich im Nacken und am Hinterkopf bemerkbar machen und sich durch Kopfbewegungen verstärken, manchmal auch in Form eines steifen Halses.

Was Gelenken gut tut

Damit Gelenke gut funktionieren, müssen sie stetig im Einsatz sein, regelmäßige und moderate Bewegung tut ihnen gut. Dadurch werden sie mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Ebenfalls wichtig: eine ausgewogene Ernährung. Die Vitamine A, C, E und Beta-Carotin sowie das Spurenelement Selen wirken laut der Deutschen Arthrose Stiftung entzündungshemmend. Vitamin C ist in Früchten enthalten, Vitamin E und gesunde Fette in Nüssen, Pflanzenölen und Samen. Orangefarbene und rote Gemüsesorten wie Karotten, Tomaten und Paprika enthalten reichlich Beta-Carotin. Selen ist in Hülsenfrüchten, Nüssen, Hering, Heilbutt und Forelle enthalten. Calciumreiche Lebensmittel wie Brokkoli sind ebenfalls gut für die Gelenke. Linolensäure, eine wertvolle Omega-3-Fettsäure, kann ebenfalls gegen die Entzündung wirken. Sie ist in Soja-, Raps-, Walnuss- und Leinöl reichlich enthalten. Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Gewürze wie Koriander, Muskat und Kreuzkümmel sowie frische Kräuter beinhalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, sie wirken ebenfalls entzündungshemmend und beugen Gelenkbeschwerden vor, wie Studien bewiesen haben. Eine Nahrungsergänzung kann nach Rücksprache mit dem Arzt die Versorgung der Gelenke mit den wichtigen Nährstoffen unterstützen.

Was unsere Gelenke ausbremst

Ständige Überbelastung bereitet unseren Gelenken Probleme. Das kann durch einseitige, schwere körperliche Arbeiten passieren, extremen Leistungssport oder durch starkes Übergewicht. Auch Fehlstellungen von Gliedmaßen wie die X-Stellung eines Beines im Kniegelenk kann zu einer Fehl- und damit Überbelastung führen. Außerdem wirken sich Zigaretten und Alkohol negativ aus, sie sind entzündungsfördernd, die Gelenke werden schwächer durchblutet und weniger mit Sauerstoff versorgt. Auch der Genuss von Fleisch kann entzündliche Schübe an den Gelenken auslösen und Gelenkschmerzen verschlimmern, insbesondere gilt dies für Schweine-, Rind- und Lammfleisch. Auch der Verzehr von Eiern verstärkt die Symptome, ebenso Lebensmittel wie Weißmehl, Zucker sowie Milchprodukte. Kaffee und schwarzer Tee sollten ebenfalls nur in Maßen konsumiert werden.

Tipp: Übungen für die Gelenke

Wenn Sie die stützende Muskulatur kräftigen, können Sie Ihren Gelenken etwas Gutes tun. Die ausgewählten Übungen sind auch für Anfänger leicht auszuführen und nehmen wenig Zeit in Anspruch.

Kniegelenk

Auf einen Stuhl setzen und Beine im rechten Winkel auf den Boden stellen. Fußspitzen anziehen und Beine abwechselnd strecken. Ca. 10 Sekunden halten und langsam wieder auf dem Boden absetzen.

Hüftgelenk

Auf die Seite legen, einen Arm unter den Kopf. Knie strecken und Fußspitzen anziehen. Oberes Bein anheben, ca. 10 Sekunden halten, langsam wieder ablegen.

Knie- und Hüftgelenk

Auf den Rücken legen, ein Bein anwinkeln und auf dem Boden absetzen. Das andere Bein in der Luft bewegen, als würden Sie Rad fahren. Bewegung vorwärts und rückwärts bis zur vollständigen Beugung und Streckung ausführen.

Schultergürtel

Arme locker hängen lassen, langsam beide Arme gestreckt über den Kopf führen und wieder absenken. Diese Übung können Sie sitzend oder stehend durchführen.

Schulternackenmuskulatur

Aufrecht hinstellen, hinter dem Rücken mit der linken Hand das rechte Handgelenk umfassen. Kopf zur Gegenseite neigen. Arm nach unten ziehen und ausatmen. Im Wechsel wiederholen.

Brust- und Lendenwirbelsäule

In den Vierfüßlerstand gehen, Arme parallel nach vorne ausstrecken und Oberkörper nach unten drücken.

Brust- und Lendenwirbelsäule

Im Vierfüßlerstand die Wirbelsäule rund machen (Katzenbuckel) und wieder strecken und durchdrücken.

Schulter- und Nackenmuskulatur

Aufrecht hinsetzen, den Kopf zur Seite neigen, Arm über den Kopf legen und mit der Hand fixieren. Oberkörper langsam zur Seite neigen und ausatmen.